Unlängst war es wieder einmal so weit: Ein weiteres legendäres Zusammentreffen von Vater Grissemann und Sohn Grissemann fand statt und der Zwangsgebührensender ORF stand rührend Pate, als im „Wilkommen Österreich“-Studio alte Schnurren zum besten gegeben wurden. Wie das denn damals so war, als der Herr Papa Grissemann beim Radiosender FM4 irgendwie auch der Chef vom Herrn Sohn Grissemann war.

Ja ja, was waren das doch für Zeiten…

Nun ist das Pflegen von Familienbande just im Gebührenfunk eine seit Jahrzehnten wohl gehegte ORF-Eigenheit, die man aber in Zeiten wie diesen dennoch nicht allzu sehr öffentlich behandelt sehen möchte, weil beispielsweise jenes Engagement des Grissemann Sprosses keineswegs eine Lappalie ist, wie man den Seherinnen und Sehern augenzwinkernd weismachen mochte.

„Innovativer Jugendsender sucht Moderatoren-Nachwuchs“, so oder so ähnlich hätte jenes Inserat wohl aussehen können, welches der ORF schalten hätte können respektive schalten hätte müssen, damit sich auch all jene hoffnungsvollen jungen Österreicherinnen und Österreicher an einer allfälligen Auswahl und Bewerbung beteiligen hätten können, die nicht das Glück hatten, Grissemann zu heißen, und wer weiß schon, welche wunderbaren Talente der Allgemeinheit alleine aufgrund dessen vorenthalten worden sind, weil eben Papa Grissemann zur Tat geschritten ist, um Sohn Grissemann in das schöne Rundfunk-Kammerl zu positionieren, von wo aus der brave Sohnemann schnurgerade den Weg vor die Kameras des Gebührensenders absolvierte, der ihn in weiterer Folge zu einem der bestbezahlten ORF-Mitarbeiter machte, da der Junior via „Willkommen Österreich“ allwöchentlich im Hauptabend auftreten darf.

Anlässlich jenes gefühlt hundersten Aufeinandertreffen von Vater und Sohn vor den ORF-Kameras, ließ es sich der Junior nicht nehmen, allfällige Neider proaktiv in die Gruppe der Hater, neudeutsch also der Hasser, zu verorten, indem er einen geradezu prophetisch anmutenden Satz coram publico hinausposaunte, der so ganz klar verdeutlicht, wie der junge Moderator tickt. Also sprach Grissemann Junior:

Ja, liebe Hater, der Papa hat`s gerichtet….!“

Verständnisvolles Lachen und Klatschen im Saale.

Alles klar.

Sollte sich also in Zukunft jemand erdreisten, die familiären Gepflogenheiten, die hinterrücks arrangierten Jobs, die zugeschanzten ORF-Karrieren auch nur im Ansatz zu kritisieren, so kann man diesen nach Grissemann Junior taxfrei als „Hater“ bezeichnen, was Papa Grissemann gütig lächelnd vor Publikum und Kameras sogleich abnickte.

Und Hater sind in der linken Diktion, in der ORF-Diktion, in der Diktion der guten und wahren linken Demokraten allesamt rechte Deppen, Nazis, Neu-Nazis und Alt-Nazis, Ewiggestrige und sonstiger Pöbel.

Damit es in Zukunft also klar ist, dass jemand, der Family Business a la Grissemann öffentlich zu kritisieren wagt, ein Nazi sein muss!

Mindestens!

©njr, 2019

https://www.orf-watch.at/Debatte/2019/02/family-business-as-usual

(bild: wikipedia)